Freiwillige  Feuerwehr  Neukirchen  beim  Heiligen  Blut  /  Lkr.  Cham       N O T R U F  1 1 2

Hochwasser 25. Juni 2016 - Ein Rückblick

Am Samstag, den 25.06.2016 war es wieder einmal so weit. Neukirchen b. Hl. Blut war Schauplatz eines Unwetterereignis welches leider Gottes in den letzten Wochen bayernweit regelmäßig für Schlagzeilen sorgt. Wetterdienste geben in deren Aufzeichnungen regional eng begrenzte Niederschlagsmengen von teilweise über 130 mm/Std. an. Das Zentrum befand sich zweifelsohne im Bereich zwischen Höllhöhe-Kager-Hohenbogen. Aber auch die Gebiete rund um Atzlern bis Haberlsäge waren stark betroffen. Für die Feuerwehr Neukirchen b. Hl. Blut ging die erste Alarmmeldung um 20:54 Uhr ein „Fahrbahn / Gehweg überschwemmt“ im Bereich der Freibachstraße. Wer glaubt, es bleibt noch genügend Zeit um Hab und Gut in Sicherheit zu bringen irrt. „Wir schafften es nicht einmal mehr unser Auto wegzufahren“ so ein Anwohner der Hohenbogenstraße der noch immer nicht fassen kann, woher so viel Wasser plötzlich kommen kann. Von allen Seiten wurde der Walchinger Ortsbereich geflutet. Innerhalb weniger Minuten stand das Wasser bis zu 1,5 Meter hoch in den Häusern. Aber auch Wohngebäude in scheinbar sicherer Lage abseits der großen Gewässer waren genauso betroffen. Entlang der Tradtstraße, Mais, Lamberg, Atzlern und Haberlsäge ließen sich die Fluten nicht stoppen. Aber auch die Höllhöhe wurde sturzbachartig überschwemmt und völlig unerwartet getroffen.

Das Inventar ist größtenteils unbrauchbar durch die Verschmutzung.
Graben Höllhöhe
Unvorstellbar welche Kräfte Wasser auslösen kann.

Erst als sich das Wasser nach gut eineinhalb Stunden zurück zog konnte Hilfe geleistet werden. Insgesamt 21 Feuerwehren waren mit 32 Fahrzeugen und rund 280 Feuerwehrleuten im Gemeindegebiet bis in die frühen Morgenstunden hinein tätig um Hilfe zu leisten. Noch in den Nachtstunden rückte ein Spezialfahrzeug an um ausgelaufene Heizöltanks fachgerecht zu entsorgen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass in der Nachbargemeinde Arrach ein ähnliches Schadenszenario abzuarbeiten war. Als Feuerwehrmann und Bürgermeister mit dabei war Markus Müller welcher nach zweistündigem Schlaf um 07 Uhr am Sonntagmorgen zu einer Lagebesprechung im Feuerwehrzentrum mit Bauhof, Verwaltung und Feuerwehrführung das weitere Vorgehen besprach. Es folgte die Erkundung bei Tageslicht um sich einen Überblick zu verschaffen über die gröbsten Schäden. Schnell kam man zu der Erkenntnis, dass es im gesamten Gemeindegebiet neben den Haushalten zu teils massiven Schäden im Straßen- und Wegenetz gekommen ist. Wald- und Wiesenwege sind mancherorts bis zu 1 Meter tief ausgespült worden oder gänzlich verschwunden. Das Neukirchener Bauhofteam wie auch der Kreisbauhof und der Gewässer-Zweckverband war ebenfalls bereits mit dem Fuhrpark unterwegs, um die wichtigsten Verkehrsverbindungen und auch Grabendurchlässe zu räumen bzw. frei zu machen. Das Ortsbild war am Tag darauf geprägt von Sperrmüllcontainern, Traktoren und vor allem auch vielen freiwilligen Helfern und Freunden welche zur Stelle waren um die gröbsten Verschmutzungen zu beseitigen. Auch die vier Gemeindefeuerwehren haben von Sonntag früh bis Dienstag knapp 60 weitere Einsatzstellen abgearbeitet bzw. erneut die dringend notwendige Hilfe angeboten.

 

Bauhofbagger im Einsatz
Bachlauf und Straße wurden zunächst notdürftig repariert.

Bereits am Sonntagnachmittag traf Landrat Franz Löffler im Schadensgebiet ein um sich zusammen mit der Feuerwehrführung ein Bild machen zu können. Im Gespräch mit Geschädigten wurde schnell deutlich, dass finanzielle Hilfe dringend nötig ist. „Wie ein Löwe“ hat sich der Landrat die Tage darauf in München eingesetzt und für die betroffene Landkreisbevölkerung gekämpft. Wenn auch die Verhandlungen nicht einfach waren so gibt es dennoch eine gute Nachricht. Die Betroffenen bekommen staatliche Soforthilfe. Bürgermeister Müller richtet hierfür einen außerordentlich Dank in Richtung des Landrats für sein besonderes Engagement.

Landrat vor Ort
Landrat Löffler mit Bürgermeister und Feuerwehrführung bei den Betroffenen.

Die Tage darauf war von früh bis spät der Bürgermeister mit Bauhofchef Feigl unterwegs um auch die Infrastrukturschäden zu erfassen. „Es wird der Sommer vergehen bis wir wieder auf dem ursprünglichen Stand sind“ resümierte Müller. Nach einer ersten Einschätzung ist die Rede von knapp 100 Geschädigten Haushalten bzw. Gewerbebetrieben nebst den Infrastrukturschaden. Bedanken möchte sich der Bürgermeister für die großartige Nachbarschaftshilfe, dem Einsatz der Feuerwehren und auswärtigen Hilfskräften. Ebenso dem Bauhof und der Rathausverwaltung für deren Einsatz ohne Rücksicht auf die Dienstzeiten. „Auch wenn viele Betroffene unter Tränen von ihren Erlebnissen berichteten, war dennoch der Blick nach vorne gerichtet und ein starker Wille vorhanden, die Schäden zügig zu beseitigen.“

Ausgespülte Waldwege
Komplett ausgespült wurden viele Waldwege.

Pressebericht vom 02.07.2016

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